reflections

a razorblade story..

Eine Rasierklinge hat mich angelächelt mit ihrer schönen Form und den musterhaften Zacken in der Mitte. Sie ist klein und praktisch. "Überall kannst du mich mitnehmen!" bettelte sie. Ja, sie schrie fast schon. Ich fasste sie kaum an, betrachtete sie nur mit Bewunderung, ja, wie ein exotisches, buntes Tier. Ach, es ginge so einfach. So einfach.. Dabei wollte ich doch nur den Schmerz spüren, das Blut, das so lange wie ein Vulkan darauf wartete, aus der Hautoberfläche zu sprudeln. Was für ein Moment, was für ein Gefühl! Aber ist es das wert? Nein, dachte ich. Warum willst du denn damit wieder anfangen? Was hast du letztendlich davon? Ok, den Moment, den du dir wieder sehnlichst gewünscht hast? Aber hast du im Augenblick überhaupt einen Grund dazu? Nein. Na also. Aber das Gefühl.. Ja, und, was ist schon so ein einziges schönes Gefühl dabei, nur in der Sekunde, in der du es tust? Ein paar Tage später fließt das heiße Lava wieder über die Landschaft und verbrennt dabei den Boden. Der schöne, fast glatte Boden, der lange gebraucht hat, um sich von den letzten Vulkanausbrüchen zu erholen! Und jetzt soll er wieder zerstört werden? Wie lange wird es dauern, bis sich dein schöner, glatter Boden dann wieder von seinen Strapazen erholt? Willst du, dass es dir wieder so scheiße geht? Willst du das wirklich?! NEIN. Und ich schob den kleinen Korb mit den Rasierklingen vorsichtig, aber entschlossen zurück in den Schrank, wo er war.

 

 

19.9.07 21:16

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